3 Monate in Zaragoza und Spanisch wird besser

Erfahrungsbericht einer Austauschschülerin in Zaragoza

Geschriben von Nathalie W. am 3. Februar 2016

Als ich am 18.September 2015 in Barcelona angekommen bin, hatte ich es noch nicht wirklich realisiert, dass ich die nächsten 3 ½ Monate in diesem Land, mit einer völlig anderen Kultur, Sprache und Lebenseinstellung verbringen werde.

Das erste Wochenende in Barcelona war für mich, und ich denke auch für alle anderen, sehr aufregend. Ich hatte das Glück, dass ich mich auf Anhieb mit einem Mädchen aus Deutschland sehr gut verstanden habe. Dadurch war ich mit meiner „Angst“ bzw. Aufgeregtheit nicht mehr ganz alleine. In Barcelona haben sich Freundesgruppen gebildet die bis heute noch aufrecht erhalten werden.

Nach dem Einführungswochenende in Barcelona wurden wir am Sonntag zu den Zügen gebracht. Ich bin mit 7 anderen Austauschschülern nach Zaragoza gefahren. Zaragoza ist die Hauptstadt von Aragon und ist ungefähr 2 Stunden mit dem Zug von Barcelona entfernt.

Gastfamilie-von-Natalie-in-Zaragoza

Die Aufregung stieg als wir ca. 20 min vor Zaragoza waren. Wir übten alle unsere ersten Sätze, die wir als erstes zu unseren neuen Familien sagen wollten. Manche von uns konnten schon sehr gute Spanisch reden andere wiederum nicht. Ich gehörte zu denen die nicht wirklich gut reden konnten.Ich hatte 6 Monate Spanisch Unterricht in der Schule und konnte mich gerade so vorstellen und den allgemein bekannten Satz „ Vamos a la playa“ aufsagen.

Die Ersten zwei Wochen bei meiner Gastfamilie und in meiner Schule waren sehr anstrengen und nerven verzehrend. Ich hatte sehr starkes Heimweh, aber nach diesen zwei Wochen hatte ich mich soweit ganz gut eingelebt und mein Spanisch wurde immer besser. Ich habe in meiner Schule nicht wirklich viel gemacht, weil ich schlicht und einfach nichts verstanden habe. Mit meinen Klassenkameraden habe ich mich auch nicht auf Anhieb verstanden, was die ganze Sache für mich nicht wirklich erleichtert hat. Ich habe mich nach und nach mit zwei Mädchen aus meiner Klasse „angefreundet“.

Ich habe anfangs gedacht, dass es bestimmt nicht all zu schlimm ist, wenn mein Spanisch noch nicht so gut ist. Ich könnte mich ja zur Not mit allen auf Englisch unterhalten. Ich wusste leider nicht, dass das Englisch Niveau nicht all zu hoch ist in Spanien. Das wiederum hat mich weiter dazu angespornt mehr und intensiver Spanisch zu lernen.

Ich habe einen extra Spanisch Kurs nach der Schule genommen, weil ich die fehlenden Kenntnisse bezüNatalie-mit-Austauschschueler-am-Strand-malagaglich Grammatik, Aussprache etc. nicht alleine erlernen konnte. Ich habe sehr viel Zeit mit den anderen Austauschschülern in Zaragoza verbracht. Dadurch habe ich in meiner Zeit in Spanien nicht nur Spanisch gelernt, sondern auch noch mein Englisch verbessern können weil die meisten aus Amerika, Neuseeland oder Schweden kamen.

Meiner Erfahrung nach ist man als Austauschschüler viel aufgeschlossener, was neue Erfahrungen angeht. Obwohl ich nur 3 ½ in Zaragoza verbracht habe, habe ich Freundschaften geschlossen, die enger sind als ich mir hätte vorstellen können.

Mein Auslandsaufenthalt war einer der Interessantesten und tollsten Erlebnisse die ich bis jetzt erlebt habe. Und obwohl ich mir in den Ersten Wochen sehr schwer getan habe und nicht gedachte habe, dass es noch gut wird, wollte ich am ende dieser 3 ½ nicht mehr nach Hause sondern noch ein ganzes Jahr in Spanien verbringen.

Mittlerweile bin ich schon wieder 4 Wochen zuhause und ich merke immer wieder wie mir manche Sachen, die in der Spanischen Kultur vorhanden sind, fehlen ( als Beispiel die Siesta (; ).
Die Reisen, die von Interkultur angeboten werden, sind so weit ich das auf einer Reise erlebt habe, sehr gut organisiert. Ich war mit ein paar anderen Austauschschüler in Malaga. Wir hatten ziemlich viel Freizeit und eine Stadtführung, Museumsbesuche, Essen am Strand etc.

Natalie-Gastfamilie-am-Strand-in-Spanien

Auf diesen Ausflügen kommen Austauschschüler aus dem ganzen Land wieder zusammen. Als wir uns alle in Malaga wieder gesehen haben, flossen auch manche Tränen der Freude. Wie ich schon erwähnt habe, die Freundschaften, die in Spanien geschlossen wurden, sind Freundschaften die noch sehr lange anhalten werden. Ich hatte das große Glück, dass ich mich so gut mit meiner Gastfamilie verstanden habe. Wir sind auf viele Reisen und Tagesausflüge gegangen. Dadurch habe ich viele Teile Spaniens gesehen, die ich normalerweise nicht gesehen hätte.

Im allgemeinen kann Ich einen Auslandsaufenthalt nur weiter empfehlen und als Chance auf viele neue und tolle Erfahrungen anzusehen.

Natalie W. aus München, Deutschland