Erfahrungsbericht in der Nähe von Barcelona

Die Angst verlieren vor der Beginn eines Austauschs in der Gastfamilie

Geschrieben von Sophie G. am 15. Dezember 2012

Vor der Ankunft in meiner Gastfamilie habe ich an der Vorbereitungswoche in Barcelona teilgenommen. Wir haben einiges von dieser schönen Stadt gesehen und es war interessant und hat vor allem großen Spaß gemacht, andere Schüler aus der ganzen Welt kennenzulernen, darunter einige gute Freunde zu finden und zu sehen, wie sie sich jetzt durchschlagen.

Desto näher der Moment rückte, in dem ich meiner Gastfamilie das erste Mal gegenüberstehen würde, desto größer wurde meine Vorfreude, aber auch meine Aufregung. Worüber würde ich mit ihnen reden, vor allem bei meinen begrenzten Spanischkenntnissen?

Schließlich war meine Gastmutter dann zusammen mit ihrer Mutter da, um mich abzuholen und alles lief eigentlich total unspektakulär ab. Nachdem sie mich nach Sentmenat (ca. 45 min. von Barcelona) gebracht hatte, überließ sie mich erst einmal meiner Gastschwester, die mich gleich ihren besten Freunden vorstellte.Noch am selben Wochenende bei einer Taufe in Frankreich habe ich einen großen Teil der noch größeren Familie kennengelernt.

Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt. Meine Gasteltern sind sehr nett, lassen mir auch meine Freiheiten und vor allem meine Gastschwester hat mir in der ersten Zeit viel gezeigt und mich überall mit hingenommen.

Dann fing gleich am Mittwoch die Schule an. Den ersten Eindruck, den meine neue Klasse auf mich machte war vor allem groß (34 Schüler) und laut. In den ersten Tagen waren alle sehr interessiert und ich hab mich recht wohlgefühlt.

In der zweiten Woche kam dann auch noch eine US-Amerikanerin als Austauschschülerin in meine Klasse. Natürlich ließ das Interesse der Mitschüler nach einer Weile nach und vor allem in den Pausen, wenn sich einzelne Grüppchen bilden, ist es manchmal schwierig für mich, mich zu integrieren, dazu kommt dann auch noch das ich ein bisschen schüchtern bin. Da sich die Schule im Nachbardorf befindet ist es leider schwer Zeit mit Leuten aus meiner Klasse zu verbringen, die größtenteils dort wohnen.
Nichtsdestotrotz verstehe ich mich mit einigen aus meiner Klasse immer besser und auch außerhalb der Schule, in dem Ort in dem ich wohne, habe ich schon einige Leute kennengelernt, die echte Freunde werden können.
Meine Schule hat sich super um mich gekümmert, mir sogar einen eigenen Stundenplan erarbeitet, sodass ich viele meiner Fächer belegen kann.
Im Allgemeinen läuft die Schule hier allerdings ganz anders als in Deutschland. Der Unterricht ist in Naturwissenschaften unerwartet anspruchsvoll, in Französisch aber leider sehr niveaulos. Hausaufgaben haben wir so gut wie keine und wenn, dann ist in der zweistündigen Mittagspause ausreichend Zeit dafür. Aufgrund dieser Pause geht mein Schultag auch bis um 5. Das Verhältnis zu den Lehrern ist hier total freundschaftlich.
In meiner Freizeit habe ich mir verschiedene Beschäftigungen gesucht, was nur weiterzuempfehlen ist. Ich spiele zum Beispiel Fußball und ab und zu Tischtennis, Dinge die mein kleines Dorf zu bieten hat und so habe ich einige nette Leute kennengelernt und bin beschäftigt. Etwas typisch Spanisches ist auch dabei, ich habe Gitarrenunterricht für Flamencogitarre, in die ich mich gewissermaßen verliebt habe.

Parc Güell (Barcelona)

Zu guter Letzt muss ich sagen, dass als ich einmal hier war, die Sprache für mich eher zu den unwichtigeren Dingen gehörte, da es so viele andere Dinge gibt, mit denen man sich auseinander setzen muss. Mein Spanisch ist schon so weit, dass ich den Großteil verstehe und im Alltag recht flüssig reden kann, auch wenn noch oft Worte fehlen, von meiner mangelhaften Grammatik ganz zu schweigen. Gelegentlich freue ich mich tierisch, weil ich selbst merke, wie ich mich verbessere.

In Katalan ist bei mir der komplette Unterricht und außerdem geschätzt ein bisschen mehr als die Hälfte der Konversationen, die um mich herum stattfinden. Komischerweise hat mir das Katalan nie große Schwierigkeiten bereitet. Ich habe ziemlich schnell angefangen es einigermaßen zu verstehen und vor allem lesen zu können. Meine Arbeiten schreibe ich sogar schon in Katalan. Sagen kann ich allerdings noch so gut wie nichts, aber das hat ja Zeit…
Geschrieben von S.Grigutsch