Austauschjahr in Sevilla

Erfahrungsbericht einer Austauschschülerin aus Österreich

Geschriben von Katharina F. am 20. Oktober 2014

Etwa ein Jahr vor meinem Austausch in Spanien hab ich begonnen mir Gedanken zu machen wohin ich gehen sollte. Alle meine Freundinnen haben sich entschlossen in englischsprachige Länder zu gehen, aber ich wollte unbedingt nach Spanien, weil ich das Land einfach liebe. (Außerdem lernte ich damals schon seit 2 Jahren Spanisch in der Schule) Als es um die Entscheidung meiner Stadt ging, hab ich mir ein paar Meinungen von Leuten eingeholt, die mir fast alle sagten, dass sie nach Andalusien gehen würden, weil man dort die typisch spanische Kultur hautnah miterlebt. Außerdem wollte ich unbedingt in eine Stadt und nicht in ein kleines Dorf. Also hab ich mich erkundigt und stieß schließlich auf Sevilla. Da ich mir nicht sicher war ob es mir dort gefallen würde habe ich mich erst einmal für zwei Monate angemeldet.

Die letzten Wochen vor meiner Abreise vergingen wie im Fluge und ich wurde immer nervöser, aber freute mich schon riesig. Als der Tag gekommen war und ich ins Flugzeug einstieg, ist mir erst einmal bewusst geworden was ich da eigentlich gerade mache und wie verrückt das ganze ist, doch dieses Gefühl verwandelte sich schon bald in große Vorfreude. Als ich in Barcelona gelandet bin, hat mich Ismael am Flughafen empfangen und mich in die Unterkunft für das kommende Vorbereitungswochenende gebracht.

katharina-mit-gastfamilie

Dort lernte ich noch viele andere Mädchen und Jungs kennen, die das selbe wie ich machten und wir uns über unsere Ängste und Zweifel aussprechen konnten. Das Wochenende in Barcelona war zwar kurz, aber trotzdem sehr lustig und ich habe viel über das spanische Leben und die Spanier gelernt, was mir in den kommenden Monaten ziemlich hilfreich war. Am Sonntag war es dann so weit und wir mussten uns von einigen unserer „Bekanntschaften“ trennen, weil wir in Gruppen, in verschiedene Züge in unsere jeweilige Stadt fuhren. Angekommen in Sevilla, erwartete mich schon meine Gastfamilie, die mich unglaublich herzlich begrüßt hatte und mit mir in mein neues „Zuhause“ fuhr. Die Familie war total lieb und hilfsbereit und hat mir mit meinen Sprachproblemen sehr geholfen. Auch mein Zimmer war super und ich wohnte mitten in der Stadt, nur fünf Minuten von meiner Schule entfernt.

Meine Schule war allgemein wirklich toll! Natürlich darf man das spanische Schulsystem, nicht mit dem aus Österreich oder Deutschland vergleichen, denn in Spanien herrscht totaler Frontalunterricht, woran man sich aber mit der Zeit gewöhnt.

Sowohl die Schüler als auch die Lehrer waren alle so unglaublich lieb und halfen mir vom ersten Tag an mit Allem. Obwohl es am Anfang ein bisschen schwer war wegen der Sprache, hab ich doch gleich Anschluss gefunden. (Was bei Spaniern ziemlich leicht ist, denn es ist ein sehr offenes Volk) Meine Freunde und Freundinnen haben mich zu Allem eingeladen und mich überallhin mitgenommen, so dass ich von der Stadt viel erleben und erfahren konnte.

Übrigens ist Sevilla eine traumhafte Stadt! Sie gehört zu einer der schönsten Städte, die ich je gesehen habe und ich kann es nur jeden empfehlen dorthin zu gehen. Für mich war die Größe der Stadt perfekt, nicht zu groß und nicht zu klein. Vor allem die Altstadt ist wahnsinnig schön und man kann im Zentrum alle wichtigen Plätze zu Fuß erreichen und auch sonst gibt es gute Busverbindungen in alle Stadtteile.

Besonders beeindruckend waren für mich die Semana Santa(Karwoche) und die Feria de Abril. Diese beiden Feste finden jedes Jahr im Frühling statt und sind in Sevilla besonders berühmt.

Jedem der nach Sevilla geht, empfehle ich zu diesen Festen dort zu sein, denn das sind unvergessliche Erlebnisse

Eines der wichtigsten Dinge in Spanien ist, dass du offen bist! In der Schule, mit Freunden, mit deiner Familie...rede so viel wie möglich und zieh dich nicht zurück! Du wirst sehen, dass die Spanier so herzlich, offen und hilfsbereit sind und es gar kein Problem sein wird, dich zu integrieren. In den ersten Wochen ist es immer ein wenig schwierig, weil man sich erst an alles gewöhnen muss und man erst ein paar Leute kennt. Was ich auch gemacht hab (und was ich jedem rate) ist, bei allen Aktivitäten, die dir angeboten werden, mitzumachen. Egal ob bei einer Feier, zum shoppen, einen Ausflug oder sonst irgendetwas, man musst auf jeden Fall mitgehen! Denn solche Dinge können so sehr helfen Freundschaften und Beziehungen zu stärken. Ich hatte zwar oft absolut keine Lust auf etwas, aber ich habe mitgemacht und war im Nachhinein so froh, dass ich es gemacht hatte. Außerdem merken die Spanier dadurch auch, dass du dich bemühst und gerne was mit ihnen unternimmst.

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Schon nach den ersten Wochen, war ich mir dann sicher, dass ich länger als zwei Monate bleiben möchte, also verlängerte ich auf vier Monate. (Am Ende wollte ich gar nicht mehr weg) Leider vergingen diese vier Monate rasend schnell und meine Abreise näherte sich schon langsam. Die letzten paar Tage kamen meine Eltern zu Besuch nach Sevilla und lernten meine neue „Heimat“ selbst kennen. Auch sie waren fasziniert von der Stadt und der Kultur und verstanden mich gut, dass ich am Liebsten dort geblieben wäre. Der letzte Tag in der Schule und bei meiner Familie war der Schlimmste! Der Abschied viel mir unendlich schwer und es flossen viele Tränen, doch ich wusste dass ich sie bald wieder besuchen werde.

Abschließend kann ich sagen, dass mein Aufenthalt in Sevilla, bis jetzt eine der besten Entscheidungen meines Lebens war und ich sie in keinster Weise bereue. Ich habe so viel dazu gelernt und bin stolz auf mich, was ich geschafft habe! Nicht nur sprachlich, sondern auch menschlich und kulturell hat mir diese Reise sehr viel gebracht und ich kann nur jedem da draußen raten, so etwas zu machen. Ich weiß genau wie schwer die Entscheidung ist und wie groß oft die Angst, aber am Ende eure Reise werdet ihr zurückblicken und merken, dass das alles um sonst war.

Alles Liebe
Kathi